Rezension: Unorthodox

Logo Klappentext
Am Tag seines Erscheinens führte »Unorthodox« schlagartig die Bestsellerliste der New York Times an und war sofort ausverkauft. Wenige Monate später durchbrach die Auflage die Millionengrenze. In der chassidischen Satmar-Gemeinde in Williamsburg, New York, herrschen die strengsten Regeln einer ultraorthodoxen jüdischen Gruppe weltweit. Deborah Feldman führt uns bis an die Grenzen des Erträglichen, wenn sie von der strikten Unterwerfung unter die strengen Lebensgesetze erzählt, von Ausgrenzung, Armut, von der Unterdrückung der Frau, von ihrer Zwangsehe. Und von der alltäglichen Angst, bei Verbotenem entdeckt und bestraft zu werden. Sie erzählt, wie sie den beispiellosen Mut und die ungeheure Kraft zum Verlassen der Gemeinde findet – um ihrem Sohn ein Leben in Freiheit zu ermöglichen. Noch nie hat eine Autorin ihre Befreiung aus den Fesseln religiöser Extremisten so lebensnah, so ehrlich, so analytisch klug und dabei literarisch so anspruchsvoll erzählt.

Logo EckdatenAutor/in: Deborah Feldman
TItel: Unorthodox
Originaltitel: Unorthodox
Verlag: btb Verlag
Seitenanzahl: 384 Seiten
Erscheinungstermin: 19. Juni 2017
Preis Taschenbuch: 10,00 €
Das Buch ist hier erhältlich: AmazonVerlagsgruppe Randomhouse

Erster Satz

Mein Vater hält meine Hand, als er mit dem Schlüssel zum Warenhaus hantiert.

Logo Meine MeinungIch habe euch das Buchbereits in meinen Neuerscheinungen für den Monat Juni vorgestellt und habe es auch direkt als Rezensionsexemplar angefragt, als ich davon gelesen habe, weil es sich für mich wirklich total interessant anhört. Ich war wirklich gespannt auf das Buch, besonders ich nicht so häufig Bücher in diese Richtung lese.

Das Buch hat sich zu Beginn leider ein bisschen gezogen. Circa ab Seite 150 ging es mit der Handlung deutlich bergauf und es wurde dann auch spannender. Auf den ersten Seiten hatte ich leider ein bisschen zu kämpfen, da natürlich auch Fachbegriffe und Fremdwörter in dem Buch mit eingebunden sind, was mich zu Beginn etwas verwirrt hat. Es wurden Namen, Feste und Traditionen in dieses Buch eingebunden, die jedoch nie erklärt wurden. Ich selbst habe kein wirkliches Hintergrundwissen was diese Traditionen oder Ähnliches angeht, weshalb es zu Beginn etwas schwer war, dem ganzen zu folgen. Diese haben den Lesefluss manchmal unterbrochen und es hat ein bisschen gedauert, bis ich mich daran gewöhnt hatte. Der sonstige Schreibstil der Autorin war jedoch sehr angenehm und leicht.

Der Einblick in eine Kultur und Religion, die sich so drastisch von der unseren unterscheidet, hat mich wirklich berührt und mitgenommen. Ich habe mich zwar schon mit unterschiedlichen Religionen und auch vor allem denen in USA auseinandergesetzt, jedoch unterscheidet sich eine normale Recherche natürlich von der wahren Geschichte eines ehemaligen Mitglieds drastisch. Die Einblicke, die dort gegeben wurden, waren teilweise wirklich schockierend, weil man an manchen Stellen eigentlich gar nicht glauben kann oder nicht glauben will, dass Leute wirklich diese Überzeugung vertreten können, obwohl wir in einer modernen Gesellschaft leben. Ich wurde während des Lesens mit bestimmten Dingen aus dieser Gemeinde konfrontiert, die ich wirklich nicht nachvollziehen oder ansatzweise verstehen kann.
Auch die Autorin fängt an an ihrer Religion zu zweifeln und fühlt sich dort nicht wohl, weshalb sie auch durch ein Ereignis letztendlich doch beschließt die Gemeinde zu verlassen.

Vielleicht gibt es gar keine Plagen, nur die Wankelmütigkeit der Natur. Vielleicht gibt es keine Konsequenzen, nur Hässlichkeit. Vielleicht ist Bestrafung etwas, das von den Menschen kommt und nicht von Gott.

Das Zweifeln an ihrer Gemeinde beginnt schon relativ am Anfang des Buches. Sie merkt, dass sie nicht dort hinpasst und sich ein anderes Leben wünscht als dieses hier.

Ich beschließe eines Tages Brooklyn zu verlassen. Ich kann nicht eines dieser Mädchen sein, die ihr ganzes Leben in diesm kleinen stickigen Block von Mietshäusern verplempern, wo da draußen doch eine ganze Welt darauf wartet, erkundet zu werden. Ich weiß nicht wie, aber vielleicht wird meine Flucht, wie bei Francie, in kleinen, beständigen Schritten vollzogen werden. Vielleicht wird es Jahre benötigen. Aber ich weiß mit großer Sicherheit, dass es geschehen wird.

Ihren Ausbruch aus der Gemeinde am Ende fand ich für meinen Geschmack ein bisschen zu kurz. Plötzlich ging alles sehr schnell und offensichtlich auch ausnahmsweise problemlos und sie erhielt sogar das Sorgerecht für ihren Sohn, was sonst unüblich ist.

Wer sich für diesen Themenbereich interessiert, wird dieses Buch bestimmt mögen. Das Buch hat einen guten Grad zwischen Unterhaltung und der Übermittlung von Informationen. Letztendlich war das Buch äußerst interessant und lesenswert, auch wenn es sich am Anfang deutlich gezogen hat und ich meine Probleme hatte in die Geschichte zu finden und mit den fremden Begriffen zurechtzukommen. Das Buch erhält von mir trotzdem 3 von 5 Elefanten!

🐘🐘🐘

Das Buch wurde mir als Rezensionsexemplar vom btb Verlag zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür!

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